Pencak Silat

Als sich im 10. Jahrhundert v. Chr. indische Siedler auf dem Malaiischen Archipel niederließen, gingen ihre hochentwickelten Selbstverteidigungssysteme eine Synthese mit den indigenen, auf der Imitation von Raubtieren beruhenden Jagd- und Kampftechniken der bereits ansässigen Volksgruppen ein und schufen so eine faszinierende Kampfkunst: das Pencak Silat.

Heute ist Silat vor allem in Indonesien, Malaysia, Singapur, Brunei, Thailand und den südlichen Philippinen weit verbreitet. Es existieren mehr als 800 Einzelstile, die durch den Einfluss benachbarter Länder, Einwanderer aus China, Handelsbeziehungen in den arabischen Raum, die Kolonisation durch Portugiesen und Holländer und spätere Besetzung durch die Japaner geprägt sind.

Das dynamische Setia Hati, welches Basis des von Uwe Ramm unterrichteten Silat-Stils ist, geht auf den Adeligen Ki Ngabehi Soerodiwirjo (Java, 1869 – 1944) zurück. Es zeichnet sich durch reflexartige Angriffs- und Abwehrkombinationen aus, die langsam ausgeführt einen nahezu tänzerischen Charakter haben.

Setia Hati beinhaltet ein breites Repertoire an Block-, Schlag-, Tritt-, Stoß-, Hebel-, Wurf- und Waffentechniken, die dem Zweck dienen, einen oder mehrere, unter Umständen bewaffnete Gegner, schnell und nachhaltig und mit möglichst wenig Kraftaufwand kampfunfähig zu machen. In der vorliegenden Form, die als Setia Hati Madiun bezeichnet wird, kam die Kampfkunst im indonesischen Unabhängigkeitskrieg zum Einsatz.

Ergänzend zum Setia Hati, insbesondere für die unmittelbare Nahdistanz, wird darüber hinaus Cimande einstudiert. Dieser vor allem in West-Java praktizierte Silat-Stil ist im Wesentlichen durch Kuntao, also ostasiatische Kampfkünste mit chinesischem Ursprung, geprägt. Hier dominieren Schläge, Stöße und Hebel, die mit besonders perfiden Schrittfolgen kombiniert werden.

Silat basiert auf sogenannten Jurus, festgelegten Bewegungsabläufen, welche die Grundlage der Kampfkunst bilden. In Tradition der hinduistisch-buddhistischen Lehre, in dessen Umfeld Silat entstand, werden durch sie nicht nur die Grundlagen der Selbstverteidigung geschaffen, sondern auch die individuellen körperlichen und geistigen Fähigkeiten in höchstem Maß verbessert. Praktische Anwendung finden die in den Jurus erlernten Bewegungen in den Partner- und Gruppenübungen. Hier werden typische Angriffs- und Abwehrsituationen bei variablem Tempo und wechselnder Intensität, i. d. R. im Leichtkontakt oder bei besonders gefährlichen Techniken nur andeutungsweise, eingeübt. Dies sorgt dafür, dass sie verinnerlicht werden und im Notfall instinktiv abgerufen werden können. Analog zu den Jurus, dienen die Gruppen- und Partnerübungen der Verbesserung der körperlichen und geistigen Fähigkeiten, zu denen unter anderem Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Motorik, Mobilität, Gleichgewichtssinn, Reaktionsvermögen, kognitive Kapazität und Konzentrationsvermögen gehören.

Um unsere Kampfkunst auszuüben werden weder Vorkenntnisse, noch spezielle Fitness vorausgesetzt. An einem kostenlosen Probetraining kann jederzeit ohne Anmeldung teilgenommen werden. Dazu am besten schwarze, bequeme Trainingskleidung mitbringen.

Training

Ort: Sporthalle unter der Mensa des Pelizäus-Gymnasium, Gierswall 2, 33102 Paderborn
Dienstags: 20:00 Uhr - 21:45 Uhr
Donnerstags: 20:00 Uhr - 21:45 Uhr nach Absprache!
Weitere Infos zu dieser Sportart findet Ihr
auf YouTube und unserer Facebook-Seite .

Direkter Ansprechpartner unserer Abteilung ist Uwe Ramm.